Mauertrockenlegung und Innenabdichtung eines Keller-Mauerwerks
- 21. März
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Projektstandort: Scheidbuchen, Österreich
Bei diesem Fallbeispiel wurde ein Keller betrachtet, dessen Mauerwerk durch kapillar aufsteigende Feuchtigkeit stark geschädigt war. Ursache der Durchfeuchtung war eine fehlende, beschädigte oder im Laufe der Zeit verwitterte Fundamentabdichtung. Dadurch konnte Feuchtigkeit ungehindert in das Mauerwerk eindringen.
Die Folgen zeigten sich in deutlich durchfeuchteten Wandbereichen, ausgeprägten Salzausblühungen, geschwächten Mauerwerksfugen sowie im Abplatzen des vorhandenen Putzes. Solche Schadensbilder treten häufig bei älteren Gebäuden auf und erfordern eine sorgfältige fachliche Bewertung, bevor geeignete Sanierungsmaßnahmen ausgewählt werden.
Schadensanalyse und Vorbereitung
Zu Beginn der Arbeiten wurde eine Schadensanalyse durchgeführt. Mithilfe von Feuchtigkeitsmessungen wurden unterschiedliche Bereiche von Wänden, Decken und Böden überprüft, um die betroffenen Zonen genauer einzugrenzen und die Belastung der Bausubstanz besser beurteilen zu können.
Anschließend erfolgte die mechanische Vorbereitung des Mauerwerks. Der geschädigte Altputz wurde entfernt, sodass die betroffenen Wandbereiche freigelegt und für die weiteren Maßnahmen vorbereitet werden konnten.
Im Bodenbereich wurde entlang der Wände eine Rille eingeschnitten und bis unter das Mauerwerk erweitert. Diese Maßnahme kann dazu beitragen, die kapillare Feuchtigkeitsaufnahme aus dem Boden sowie seitlichen Wassereintritt zu reduzieren.
Mineralische Abdichtung und Sanierung
Nach der Vorbereitung wurden mineralische Abdichtungs- und Sanierungssysteme eingesetzt. Dabei stand im Mittelpunkt, die Feuchtigkeitsbewegung im Mauerwerk zu reduzieren, Fugen und Fehlstellen zu schließen und die vorhandene Bausubstanz langfristig zu stabilisieren.
Mineralische Abdichtungssysteme können bei geeigneten Schadensbildern tief in Poren, Kapillaren und Fehlstellen des Mauerwerks wirken. Entscheidend sind jedoch immer die konkrete Ursache der Feuchtigkeit, der Zustand des Mauerwerks, die Salzbelastung und eine fachgerechte Verarbeitung.
Durch die Kombination aus Abdichtung, Fugensanierung und diffusionsoffenem Putzaufbau kann die Feuchtebelastung reduziert und gleichzeitig die Austrocknung vorhandener Restfeuchtigkeit unterstützt werden. Ein diffusionsoffener Kalkputz ermöglicht dabei den Austritt von Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf und trägt zu einem bauphysikalisch verträglichen Wandaufbau bei.
Bedeutung für die Bauwerkserhaltung
Das Fallbeispiel zeigt, wie wichtig eine sorgfältige Analyse bei feuchtem Keller-Mauerwerk ist. Eine nachhaltige Sanierung sollte nicht nur sichtbare Schäden wie abgeplatzten Putz oder Salzausblühungen behandeln, sondern vor allem die Ursachen der Durchfeuchtung berücksichtigen.
Für die gemeinnützige Arbeit des Österreichischen Bauschutz Instituts ist dieses Thema relevant, weil es grundlegende Fragen der Bauwerkserhaltung, Materialverträglichkeit und Feuchtesanierung verständlich macht. Ziel ist es, Wissen über mögliche Sanierungswege bereitzustellen und das Bewusstsein für langlebige, materialgerechte und nachhaltige Lösungen zu stärken.
Projektdaten
Projektstandort: Scheidbuchen, Österreich
Schadensbild: kapillar aufsteigende Feuchtigkeit, Salzausblühungen, geschädigter Altputz, geschwächte Mauerwerksfugen
Eingesetzte Maßnahmen: Schadensanalyse, mechanische Vorbereitung, mineralische Abdichtung, Fugensanierung und diffusionsoffener Kalkputz
Dauer der Arbeiten: 3 Wochen





