Mauertrockenlegung und Innenabdichtung eines durchfeuchteten Mauerwerks
- 11. März
- 2 Min. Lesezeit
Projektadresse: Römerstraße, 6900 Bregenz
Bei diesem Fallbeispiel wurde ein Gebäude betrachtet, dessen Mauerwerk durch kapillar aufsteigende Feuchtigkeit stark belastet war. Die Feuchtigkeit stieg in den betroffenen Wandbereichen teilweise deutlich über den Bodenbereich hinaus auf. Solche Schäden führen häufig zu feuchten Wandoberflächen, beschädigten Putzschichten, Salzausblühungen und langfristigen Beeinträchtigungen der Bausubstanz.
Durchfeuchtetes Mauerwerk sollte nicht nur oberflächlich saniert werden. Entscheidend ist eine fachliche Einordnung der Ursachen, damit geeignete und langfristig wirksame Maßnahmen ausgewählt werden können.
Durchgeführte Maßnahmen
Zu Beginn der Arbeiten wurden die betroffenen Bereiche vorbereitet. Wände und empfindliche Bauteile im Gebäude wurden abgedeckt, während der Fußboden entlang der Wandbereiche geöffnet wurde, um die Anschlussbereiche zwischen Boden und Mauerwerk besser beurteilen und bearbeiten zu können.
Der geschädigte Altputz wurde entfernt, sodass das belastete Mauerwerk freigelegt werden konnte. Dadurch konnten Feuchtebelastung, Fugen, Risse und Fehlstellen besser erkannt und für die weiteren Maßnahmen vorbereitet werden.
Anschließend wurden mineralische Abdichtungs- und Sanierungssysteme eingesetzt. Ziel war es, die Feuchtigkeitsbewegung im Mauerwerk zu reduzieren, Fugen und Schadstellen zu schließen und die vorhandene Bausubstanz langfristig zu schützen.
Bei solchen Schadensbildern können mineralische Abdichtungssysteme eine sinnvolle Möglichkeit darstellen, wenn sie auf das konkrete Gebäude, die vorhandene Feuchtebelastung und den Zustand des Mauerwerks abgestimmt sind. Wichtig sind dabei eine fachgerechte Vorbereitung, materialverträgliche Verarbeitung und ein diffusionsoffener Aufbau.
Ergänzende Sanierung des Wandaufbaus
Nach der Abdichtung und Fugensanierung wurde ein diffusionsoffener Putzaufbau hergestellt. Ein solcher Aufbau kann dazu beitragen, vorhandene Restfeuchtigkeit in Form von Wasserdampf entweichen zu lassen und die Wandoberfläche bauphysikalisch verträglich zu stabilisieren.
Je nach Schadensbild können ergänzend thermisch unterstützende oder feuchteregulierende Oberflächenmaßnahmen sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch immer, dass die verwendeten Materialien zur vorhandenen Bausubstanz passen und keine Feuchtigkeit im Bauteil eingeschlossen wird.
Bedeutung für die Bauwerkserhaltung
Das Fallbeispiel zeigt, dass feuchtes Mauerwerk eine sorgfältige Analyse und eine abgestimmte Sanierungsstrategie erfordert. Eine nachhaltige Sanierung berücksichtigt nicht nur sichtbare Schäden, sondern auch Feuchtequellen, Salzbelastung, Materialverträglichkeit und die langfristige Funktion des Wandaufbaus.
Für die gemeinnützige Arbeit des Österreichischen Bauschutz Instituts ist dieses Thema relevant, weil es grundlegende Fragen der Mauertrockenlegung, Innenabdichtung und Bauwerkserhaltung verständlich macht. Ziel ist es, Wissen über mögliche Sanierungswege bereitzustellen und das Bewusstsein für langlebige, materialgerechte und nachhaltige Lösungen zu stärken.
Projektdaten
Projektadresse: Römerstraße, 6900 Bregenz
Schadensbild: kapillar aufsteigende Feuchtigkeit, feuchte Wandbereiche, beschädigte Putzschichten, mögliche Salzbelastung
Eingesetzte Maßnahmen: Schadensanalyse, mechanische Vorbereitung, mineralische Innenabdichtung, Fugensanierung und diffusionsoffener Putzaufbau
Ziel der Maßnahme: Reduktion der Feuchtebelastung und langfristige Erhaltung der Bausubstanz



